Erfolgsgeschichte

Nachtschicht am Telefon

Bei der Telefonseelsorge finden Menschen in Krisen 24 Stunden ein offenes Ohr

Nachts, 23:10 Uhr in Hamburg. Martina ist hellwach. Das Telefon klingelt, die Anruferin ist verzweifelt. Sie ist schwer erkrankt, alleinstehend einsam zu Hause und weiß nicht weiter. Die Diagnose hat sie völlig aus der Bahn geworfen, sie weint am Telefon. Martina hört zu, einfühlsam und kompetent. Allein das ist oft schon eine große Hilfe. Gemeinsam überlegen die beiden, was nächste Schritte sein können. Nach gut 20 Minuten kann sie die Anruferin ein wenig beruhigen und verabschiedet sich – das fällt nicht immer leicht.

Martina atmet durch, sammelt Kraft – die Geschichte der Anruferin hat sie sehr bewegt. Das Gefühl, ein kleines bisschen geholfen haben zu können, ist gut. Weiter geht’s, die Nacht ist noch lang. Martina kann sich gerade einen Kaffee holen, da klingelt wieder das Telefon. Jetzt ruft ein Mann an, der Frau und Job verloren hat, nun ist alles sinnlos für ihn. Erneut hört sie zu…

Mehr als 100 Ehrenamtliche in der TelefonSeelsorge besetzen rund um die Uhr das Krisentelefon für Menschen in Not. Alle wurden vorher intensiv ausgebildet, so dass sie auch alleine kritische Situationen – wie beispielsweise das Thema Suizid – bewältigen können. Mit Hilfe von Spenden wird die Ausbildung und Begleitung der Ehrenamtlichen finanziert.