Erfolgsgeschichte

Klaus auf Reisen

Einmal im Jahr gehen obdachlose Menschen auf Sommerfreizeit

„Zug bin ich schon lange nicht mehr gefahren“, sagt Klaus. Er ist auf dem Weg von Hamburg nach Ratzeburg. Die Strecke, die andere täglich pendeln, ist für ihn wie eine Reise in ein anderes Leben – Klaus ist seit Jahren obdachlos und lebt in Hamburg auf der Straße. Gemeinsam mit einem Kumpel hat er sich für die jährlich stattfindende Sommerfreizeit des Diakonie-Zentrums für Wohnungslose angemeldet. Jedes Jahr fahren zwischen 15 und 20 Männer und Frauen mit.

Ein klar strukturierter Tagesablauf mit festen Mahlzeiten, Ausflügen und ausgiebigen Gesprächen soll den Männern und Frauen Halt geben, Vertrauen in die eigene Person aufbauen und neue Perspektiven anbieten. Zwei Mitarbeitende des Diakonie-Zentrums für Wohnungslose sind rund um die Uhr dabei. Es gibt einen Küchendienst und gemeinsame Mahlzeiten. Und vor allen Dingen gibt es Ruhe und Sicherheit.

Klaus ist nach einer Trennung abgerutscht in Sucht und Gewalt und fand sich auf der Straße wieder. Er sagt: „Ich würde alles anders machen. Ich würde gerne noch mal 18 sein, mit dem Wissen von heute“. In Ratzeburg schöpft Klaus Kraft. Mit einem Dach über dem Kopf und ohne täglich starken Alkohol zu konsumieren. Die Gruppe fährt Kanu, Rad und grillt gemeinsam. Abends gibt es ein Lagerfeuer. Es ist Urlaub von der Straße und ein Anstoß, etwas zu verändern im Leben – manchmal erst Monate später.

Die Sommerfreizeit für Obdachlose ist aus Spenden finanziert.